Die einstigen Hanság-Seen verschwanden im Zuge der Entwässerungsmaßnahmen, bildeten sich jedoch im Rahmen des späteren Torfabbaus teilweise erneut. In den heutigen Schutzgebieten sind zwei bedeutendere dieser Gewässer erhalten: Király-tó und Fövenyes-tó.
Ihre ökologische Bedeutung ist vor allem für die Amphibienfauna der Region herausragend – hier leben unter anderem die Moorfrosch (Rana arvalis), die Rotbauchunke (Bombina bombina) und die Teichfrosch-Gruppe (Rana esculenta). Auch Reptilien, wie die Ringelnatter (Natrix natrix), sind regelmäßig anzutreffen.
Darüber hinaus bieten die Rohr- und Binsenzonen rund um die Seen wichtigen Wasser- und Sumpfvögeln geeignete Brut- und Nahrungsplätze. Besonders hervorzuheben sind dabei die Moorente (Aythya nyroca), der Rohrdommel (Botaurus stellaris), der Haubentaucher (Podiceps cristatus) und die Rohrweihe (Circus aeruginosus), die hier regelmäßig brüten oder rasten.
Der Király-tó ist einer der letzten natürlichen Rest-Moorseen im Hanság. Zwar verschwand sein Wasser infolge der Entwässerungsmaßnahmen und der See trocknete aus, doch während des späteren Torfabbaus bildete sich durch die oberflächlichen Vertiefungen erneut ein Gewässer. Dennoch ist dieser See nicht mehr derselbe wie einst: Die über Jahrtausende entstandenen mehrere Meter dicken Torfschichten sind verloren gegangen, und auch die Wasserzufuhr ist unsicher – besonders in trockenen Jahren, da sie hauptsächlich von Grund- und Niederschlagswasser abhängt.
Der Király-tó liegt am tiefsten Punkt des Hanság, auf nur 110 Metern über dem Meeresspiegel. Interessanterweise befindet sich der höchste Punkt der Region ganz in der Nähe: der nur etwa einen Kilometer entfernte Imel-Hügel, der eine Höhe von 115 Metern erreicht.
Das Gebiet um den Király-tó wird auch als „Insel der Stille“ bezeichnet, da es der entlegenste Teil des Hanság ist – weit entfernt von allen Siedlungen. Wer hierherkommt, um Naturerlebnisse zu sammeln, sollte sich Zeit nehmen und nicht nur Minuten, sondern Stunden verweilen. Es lohnt sich: Die Belohnung sind faszinierende Vogelstimmen aus den nahen Weiden- und Röhrichtbeständen oder von den umliegenden Wiesen – vielleicht das Vorüberfliegen eines Reihers, einer Rohrweihe, einer Ente, eines Schwarzstorchs oder sogar eines Seeadlers.
Blickt man vom Aussichtsturm nach Westen, so kann man mit etwas Glück auch die Wasserbüffelherde oder die Ungarischen Graurinder sehen, die im Rahmen des Beweidungsprogramms des Nationalparks Fertő–Hanság die Landschaft offenhalten.







