Die Brücke wurde zu Beginn des 20. Jahrhunderts errichtet, gleichzeitig mit dem Bau des Hanság-Hauptkanals im Zuge der Entwässerungsarbeiten. Sie spielte eine besonders wichtige Rolle nach dem Ersten Weltkrieg, da sie den Landwirten auf beiden Seiten der neuen österreichisch-ungarischen Grenze ermöglichte, ihre durch den Kanal getrennten Flächen zu erreichen und leichter zu bewirtschaften.
Nach den Entwässerungsmaßnahmen gewann der Hanság-Hauptkanal auch für die Tier- und Pflanzenwelt große Bedeutung: Er blieb eines der wenigen Feuchtgebiete mit konstanten Wasserverhältnissen und diente zahlreichen Pflanzen- und Tierarten als eines der letzten Rückzugsgebiete im Hanság. Blickt man von der Brücke nach Osten oder Westen, so eröffnet sich auch heute noch eine vielfältige Natur – Fische im klaren Wasser des Kanals, Blässhühner, Enten, Teichhühner und Haubentaucher auf der Wasseroberfläche, Reiher und Silberreiher am Ufer sowie Libellen, die über dem Wasser tanzen.
Die ursprüngliche, geschichtlich bedeutende Brücke wurde 1956 gesprengt. Die heutige, modern wiederaufgebaute Brücke verbindet nun zwei Mitgliedsstaaten der Europäischen Union – ihre Bürgerinnen und Bürger sowie Besucher können sie zu Fuß oder mit dem Fahrrad ohne jegliche Einschränkungen überqueren.
Das war jedoch nicht immer so. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde an der westlichen Grenze Ungarns ein Sperrgebiet mit Minenfeldern errichtet – der sogenannte „Eiserne Vorhang“. Damit verlor auch die Brücke ihre frühere Funktion. Sie wurde nicht mehr genutzt – mit Ausnahme eines einzigen bedeutenden Moments: Im Jahr 1956, nach dem Scheitern der Ungarischen Revolution, überquerten Zehntausende Flüchtlinge die Brücke, beziehungsweise ihre Ruinen, auf dem Weg in die Freiheit nach Österreich.
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