Unter den Lebensräumen des Hanság kommt den Erlenwäldern eine besondere Bedeutung zu. Leider haben nur wenige dieser Bestände die großen Entwässerungsmaßnahmen überlebt. An vielen Stellen wurden sie durch künstlich angelegte Hybridpappel-Plantagen ersetzt. Wo jedoch alte Schwarzerlenbestände (Alnus glutinosa) mit ihren charakteristischen Stütz- und Brettwurzeln erhalten geblieben sind, stehen sie heute meist unter strengem Schutz.
Diese vielfältigen Lebensräume sind insbesondere aus faunistischer Sicht wertvoll: Hier leben Baummarder (Martes martes), zahlreiche Fledermausarten, Graureiher (Ardea cinerea) und Nachtreiher (Nycticorax nycticorax) in Kolonien, ebenso Schwarzstörche (Ciconia nigra), Seeadler (Haliaeetus albicilla) sowie viele andere Greif- und Singvögel. In den alten Stämmen und Totholzbereichen entwickeln sich Bockkäfer, Hirschkäfer (Lucanus cervus) und andere xylobionte Käferarten, ebenso Laufkäfer und verschiedene Schmetterlinge.
Auch botanisch bergen diese Wälder große Werte: Hier finden sich Sumpffarn (Thelypteris palustris), Schwarze Johannisbeere (Ribes nigrum), Traubenkirsche (Prunus padus), Gemeiner Schneeball (Viburnum opulus) und viele weitere charakteristische Arten feuchter Erlenbruchwälder.
Im südlichen Hanság befinden sich zwei bedeutende alte Erlenwälder: der sogenannte Csíkos-éger in der Nähe der Esterházy-Vogelwarte – benannt nach den einst in den darunterliegenden Gewässern schwimmenden Schlammpeitzgern (Misgurnus fossilis) – sowie der Király-éger im Gebiet des Király-tó. Unter den nördlich gelegenen Erlenbeständen verdient das Gebiet „Figurák“ besondere Erwähnung.
Die Erlenbrüche entstanden in der einst ausgedehnten Moorlandschaft vor allem entlang der Flussläufe und Altarme, die den Hanság regelmäßig überfluteten. Große, geschlossene Waldkomplexe konnten sich hier nicht bilden – die Bestände wurden durch Seen, Schilfflächen und Feuchtwiesen in kleinere, mosaikartige Einheiten unterteilt.
Der Csíkos-éger ist ein seit mehreren Jahrhunderten durch Stockausschlag verjüngter Wald. Das bedeutet, dass an den Stellen der umgestürzten oder gefällten Bäume aus dem lebensfähigen Wurzelstock neue Triebe emporwachsen, die sich wieder zu vollwertigen Bäumen entwickeln. Die Hauptbaumart ist die Schwarzerle (Alnus glutinosa). Blickt man zwischen die Stämme, erkennt man, dass häufig zwei bis vier Bäume aus ein und derselben Wurzel wachsen. Wenn einzelne Bäume nicht mehr in der Lage sind, neue Triebe zu bilden, wachsen in den lichtdurchfluteten Bereichen auch sämlingsgeborene Erlen heran.
Mit den großflächigen Entwässerungsmaßnahmen wurde auch der Fluss Rabnitz (Rábca) zwischen Dämme gezwängt, wodurch die für die Erlenbrüche so wichtigen periodischen Überflutungen ausblieben. Dank der Nähe des Flusses erreicht die Wurzelzone der Bäume jedoch während eines großen Teils des Jahres weiterhin das grundwassernahe Feuchtmilieu, das für ihr Wachstum lebensnotwendig ist.
Als in den 1920er- und 1930er-Jahren die Entwässerungsarbeiten in diesem Gebiet abgeschlossen waren, sanken die Wasserstände in den oberflächennahen Torfschichten unterhalb des Waldes ab, wodurch diese Schichten zusammenfielen und einsackten. Infolgedessen wurden die nun trockenliegenden Stütz- und Brettwurzeln der Erlen sichtbar – daher erhielt das Gebiet seinen zweiten charakteristischen Namen: „Bein-Erlenbruch“ (ungarisch: Lábas éger).
Zu jener Zeit, als das Wasser hier noch floss und sich unzählige Schlammpeitzger zwischen den Bäumen tummelten, war das „Csíkászat“ – das traditionelle Fischen dieser Art mit geflochtenen Weidenreusen – eine typische Erwerbstätigkeit. Aus dieser früheren Nutzung leitet sich auch der ursprüngliche Name des Gebietes ab: „Csíkos-éger“, benannt nach dem Fisch, der hier einst in großer Zahl lebte.






