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Lászlómajor

Lászlómajor © Pakai Péter Lászlómajor © Pakai Péter

Die Geschichte von Lászlómajor ist eng mit der Familie Esterházy von Galántha verbunden, die im 17.–18. Jahrhundert nach und nach das Gebiet des Neusiedler Sees und des Hanságs in Besitz nahm. In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts richtete die Herrschaft verschiedene Gutshöfe ein – darunter auch Lászlómajor, das Ende der 1860er Jahre auf sandigem Gelände gegründet wurde, geschützt vor den einstigen Überschwemmungen des Neusiedler Sees. Für die Bediensteten wurden Wohnungen geschaffen und sogar eine Schule war hier in Betrieb.

Nach 1945 endete die Tätigkeit des Esterházy-Besitzes in Ungarn, Lászlómajor ging zunächst in die Verwaltung des Schilfwirtschaftsbetriebs, später in die des örtlichen Produktionsgenossenschafts über. Familien wohnten hier bis Mitte der 1960er Jahre, danach zogen sie in die umliegenden Dörfer. Das Gebäudeensemble ging in Staatsbesitz über und wurde schließlich dank mehrerer EU-Projekte umfassend renoviert, was 2015 abgeschlossen wurde.

Das Hauptgebäude war ursprünglich ein Pferde- und Rinderstall: Der mittlere Teil entstand in den 1860er Jahren, in den 1910er Jahren wurde es um zwei seitliche Anbauten erweitert. Deren Deckenkonstruktion gilt als Seltenheit, da sie mit einer sogenannten „Preußische Kappendecke“ errichtet wurde, das bei der Rekonstruktion erhalten blieb.

Heutzutage erfüllt Lászlómajor eine doppelte Funktion. Einerseits dient es als Besucherzentrum des Nationalparks Fertő–Hanság am Neusiedler See, wo die landwirtschaftliche Vergangenheit der Region, die Aufgaben des Naturschutzes sowie alte ungarische Haustierarten vorgestellt werden. Andererseits ist es auch das landwirtschaftliche Zentrum des Nationalparks mit Maschinenhallen und Werkstätten. In den Vorführräumen des Gutes können Besucher Graurinder, Zackelschafe, Mangalica-Schweine und andere einheimische Rassen sehen.

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