Startseite / Orte

Aussichtsturm Gloriette in Fertőboz (Holling)

Aussichtsturm Gloriette in Fertőboz (Holling) © Pakai Péter Aussichtsturm Gloriette in Fertőboz (Holling) © Pakai Péter

Die Gloriette von Fertőboz gehört zu den schönsten und charakteristischsten Aussichtspunkten am Neusiedler See. Sie wurde 1802 von der Familie Széchenyi errichtet. Graf Ferenc Széchenyi ließ das klassizistische Bauwerk errichten, damit Erzherzog Joseph von hier aus die Manöver beobachten konnte, die die gemeinsamen österreichisch-ungarischen Truppen als Vorbereitung auf den Krieg gegen Napoleon in den Hügeln und am Ufer des Sees abhielten. Der Aussichtspunkt bewahrt bis heute diese besondere historische Atmosphäre, dient heute jedoch vor allem dazu, die Schönheiten der Natur zu genießen.

Kein Wunder, dass die Gloriette zu den beliebtesten Ausflugszielen der Region zählt, denn vom Hügelplateau eröffnet sich ein einzigartiger Panoramablick über den Neusiedler See und die umliegende Landschaft. Ganz in der Nähe beginnt die berühmte Lindenallee, die bis nach Nagycenk führt. Diese Allee wurde Mitte des 18. Jahrhunderts von Antal Széchenyi und seiner Frau Zsuzsanna Barkóczy gepflanzt. Der Spazierweg, gesäumt von jahrhundertealten Linden, ist ein wahres Schmuckstück der Landschaft. Heute verbindet zusätzlich eine stimmungsvolle Museumsbahn die beiden Orte Fertőboz und Nagycenk, was das Besuchserlebnis noch weiter bereichert.

Die Gloriette erhebt sich in der Mitte des südlichen Teils des Neusiedler Sees und bietet besonders in den Nachmittagsstunden ein eindrucksvolles Bild, wenn die Sonnenstrahlen schräg auf die Wasseroberfläche und die ausgedehnten Schilfgebiete fallen. Im Norden begrenzt die bläuliche Silhouette des Leithagebirges den Horizont, im Westen erstrecken sich die sanften Weinberge der Ruster–Fertőmélleki-Hügel, während der Blick nach Osten in die unendliche Ebene der Kleinen Ungarischen Tiefebene übergeht. Vom Aussichtspunkt aus wird deutlich, dass sich unterhalb von Fertőboz (Holling) der breiteste Schilfgürtel befindet: stellenweise verdeckt er das offene Wasser auf einer Länge von bis zu sechs Kilometern.

Heute sind fast 90 % der ungarischen Seite des Sees von Schilfmooren bedeckt, die von kleineren Binnengewässern, Buchten und alten Wasserwegen durchzogen werden. Im Panorama erkennt man die Madárvárta-Bucht (Madárvárta-öböl) mit dem Silbersee (Ezüst-tó), im Westen die Kroisbacher Bucht (Fertőrákosi-öböl), hinter der bei klarem Wetter das offene Wasser glitzert. Unter den Binnengewässern ist der Herlakni-See (Herlakni-tó) der größte, sichtbar ist auch die Stelle des einst beliebten Pittner-Strandes (Pittner-fürdő), der zwischen den beiden Weltkriegen ein beliebter Badeort für Einheimische und Touristen war. Zwar wurden die Gebäude im Krieg zerstört und das Gebiet seither völlig vom Schilf überwuchert, doch lebt die Erinnerung daran bis heute in den Erzählungen der Einheimischen fort.

Galerie

Um den ganzen Inhalt anzusehen, besuche den Ort!
Skip to content