Die Lindenallee von Nagycenk (Großzinkendorf) beginnt beim Schloss Széchenyi und zieht sich bis zu den Hügeln oberhalb von Fertőboz (Holling). Die genaue Pflanzzeit ist nicht bekannt, vermutlich wurde sie zwischen 1754 und 1760 auf Wunsch von Antal Széchenyis Ehefrau, Zsuzsanna Barkóczy, angelegt. Ursprünglich bestand die Allee aus etwa 600 Lindenbäumen und war über zwei Kilometer lang. Sie stellt einen besonderen gartenarchitektonischen Wert dar: Sie gehört zum sogenannten Typus allée vert, bei dem sich zwischen zwei Baumreihen eine grüne Rasenfläche erstreckt und Spaziergänger:innen eine ruhige Umgebung genießen können. Die Bedeutung der Lindenallee wurde bereits in den 1930er-Jahren erkannt, 1942 wurde sie unter Naturschutz gestellt.
Die Allee trägt nicht nur historischen, sondern auch ökologischen Wert. Die alten, hohlen und verfallenden Bäume bieten zahlreichen geschützten Tierarten Lebensraum: Besonders viele holzbewohnende Insekten, Fledermäuse und Vögel leben hier. Aufgrund der reichen Tierwelt gilt das Gebiet als bedeutender Naturschutzstandort, an dem Kulturgeschichte und Ökologie eng miteinander verbunden sind.
Auch mit der Geschichte der Familie Széchenyi ist die Lindenallee eng verbunden. Nach seiner militärischen Laufbahn ließ Graf Antal Széchenyi das neue Schloss errichten, und gemeinsam mit seiner Frau gestaltete er einen großen Park, zu dem auch die Allee gehörte. Am Ende der Lindenallee wurde zunächst eine Einsiedelei, später eine Kapelle errichtet.
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